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Publikationen

Wortfenster
„Wortfenster“ / Johannes Schreiter • Schriften – Eine Auswahl. Herausgegeben von der Johannes-Schreiter-Stiftung Langen. Mit einer Einführung von Gunther Sehring.
1. Auflage 2008, 2 Bände mit beiliegender Audio-CD, zusammen 566 Seiten, 37 Farbtafeln und zahlreiche S/W-Abbildungen, 17 x 24 cm, Hardcover, fadengeheftet.
ISBN 978-3-7954-2066-6

€ 49,90
Erschienen im August 2008 im Verlag Schnell & Steiner, Regensburg


Als einer der renommiertesten Glasmaler seiner Generation ist Professor Dr. h.c. Johannes Schreiter weltweit geschätzt und angesehen. Weniger bekannt ist sein umfangreiches schriftstellerisches und theoretisches Werk, das ihn als einen eigenständigen (Quer-) Denker und Kultur-Kritiker ausweist, als einen „pictor doctus“ in bestem Sinne. Seit der vor wenigen Tagen zu Ende gegangenen Frankfurter Buchmesse legt davon eine 566 Seiten umfassende Publikation eindrucksvoll Zeugnis ab. Die eigens dafür zusammengestellte voluminöse Auswahl Schreiterscher Texte gestattet neben erhellenden Einblicken in sein bildnerisches Schaffen den Zugang zur Ideen- und Gedankenwelt des in Langen lebenden Künstlers.


Unzählige Glasfenster in Kirchen wie dem Frankfurter Dom oder dem Ulmer Münster, in Synagogen und Profanbauten hat Schreiter gestaltet. Sinnigerweise trägt die zweibändige Schriftensammlung denn auch den Titel „Wortfenster“. Von frühen Essays, Vorlesungen und kunstwissenschaftlichen Aufsätzen, die sich vor allem mit dem Medium und der Historie der modernen Glasmalerei auseinandersetzen, spannt sich über 50 Jahre ein Bogen bis hin zu aktuellen, meist unveröffentlichten Ansprachen, Referaten, Vorträgen, Interviews, Aphorismen, Predigten und Andachten, die die Individualität des Künstlers, seine Weltsicht und sein christliches Glaubenszeugnis aufzeigen.


„Neben theologischen und philosophischen Erörterungen wird der Zeitgeist mal heiter, mal kritisch-polemisch hinterfragt und werden relevante Themen wie die Autonomie der Kunst und das Verhältnis zwischen Kunst und Kirche analytisch beleuchtet. Interpretationen eigener Werke lassen vor allem das glasbildnerische Gesamtwerk besser verstehen“, schreibt im Vorwort der Kunstwissenschaftler Gunther Sehring, der ebenfalls in Langen wohnt und sich seit Jahren intensiv mit dem Schaffen Schreiters befasst. Sehring, der auch Beiratsmitglied der Johannes-Schreiter-Stiftung ist, hat die Entstehung des Werkes zudem in enger Abstimmung mit dem Künstler und Autor redaktionell begleitet.


Ein richtiges Bonbon ist die beiliegende Audio-CD. Sie stellt den 78-jährigen Schreiter erstmals auch als Musiker und Komponisten vor und präsentiert nie gehörte Jugendkompositionen der 1940er Jahre für Gesang und Klavier.


Erschienen ist der Doppelband im Verlag Schnell & Steiner in Regensburg, der in der Erschließung und Dokumentation abendländischer Kunst sowie deren Vermittlung in wissenschaftlicher und in allgemein verständlicher Form eine bedeutende Rolle spielt. Die gemeinnützige Schreiter-Stiftung hat das Erscheinen der ambitionierten und anspruchsvollen Publikation durch einen Druckkostenzuschuss ermöglicht. Zur Finanzierung trugen auch der Mainzer Bischof Karl Kardinal Lehmann und der Verband der Diözesen Deutschland bei, ebenso das Bistum Mainz, die Firma Wilhelm Derix Glasstudios, Taunusstein, die Nürnberger Weise-Stiftung und die Stiftung der Sparkasse Langen-Seligenstadt.