GRIMMS MÄRCHEN
Komödie nach den Gebrüder Grimm von und mit Michael Quast und Philipp Mosetter
Alter Wasserpatscher! Beschimpft man/frau so einen rechtschaffenden Frosch? Einen Froschkönig gar? Da macht das Königstöchterlein einen – neumodern formuliert – Deal mit dem grünen Gesellen, lässt sich das Spielzeug, die goldene Kugel, aus dem Brunnen fischen und verspricht ihm dafür alles, was er will. Und nun? Da weint die Königstochter und fürchtet sich vor dem kalten Frosch, den anzurühren sie sich nicht einmal getraute und der nun in ihrem schönen reinen Bettlein zu schlafen gedenkt. Sie will sich glatt verweigern, doch da ward der König zornig und sprach: „Wer dir geholfen hat, als Du in der Not warst, den sollst Du hernach nicht verachten.“ Derart genötigt nahm sie den quakenden Lustfrosch mit ins Gemach und wahrlich, da kam er gekrochen und begehrte das Fräulein sogleich („Oder ich sag’s deinem Vater“). Da ward sie bitterböse, holte den Glibberhannes herauf zu sich und warf ihn doch aus allen Kräften, platsch, wider die Wand. „Nun wirst du Ruhe haben, du garstiger Frosch!“ Doch schau, als er aber herab fiel, da war es kein Frosch mehr, sondern ein Königssohn mit schönen freundlichen Augen.
Mal ehrlich, hatten Sie die Story vom Froschkönig nicht auch an einer entscheidenden Stelle ganz anders im Kopf? Voll gegen die Wand? Ich hätte bis eben noch geschworen, dass man/frau solche netten Frösche bis zur Entfaltung ihrer ganzen Schönheit immer wieder küssen müsse. Ach, die Brüder Grimm und ihre Märchen können immer wieder überraschen und das interessante Personal hält mit dem Zeitgeist Schritt. Frau Holle und das Schneechaos, Tischlein deck dich, Goldesel und Knüppel aus dem Sack in Zeiten der Spekulation, das tapfere Schneiderlein haut inzwischen – auf einen Streich - 70 Fliegen platt und wird zum Superstar, Dornröschen schläft im Biobauernhof und die Bremer Stadtmusikanten feat. Söhne Mannheims punkten mit ihrem optimistischen Endzeitschlager: „…etwas Besseres als den Tod findest Du überall.“
E
twas Besseres als die kommentierte Darbietung von gut 200 Grimm’schen Märchen durch Quast und Mosetter gibt’s dagegen nirgendwo und endlich ist das Duo wieder einmal in Langen zu Gast. Nach den erfolgreichen Klassikerbearbeitungen von Goethes Faust und Schillers gesamten dramatischen Werk marschieren Michael Quast und Philipp Mosetter durch den dunklen Wald drängender Fragen, durch ein Gewirr mit imposanten Riesen, armen Männer, armen Frauen, mit Goldkindern, mit dem Frieder und dem Katherlieschen und dem Hasen und dem Igel und sie stoßen bei ihrer Expedition auf bis dato ungehörte Antworten. So entsteht ein Drahtseilakt zwischen abgrundtiefer Erkenntnis und schwebendem Gelächter.
Michael Quast, den man in hiesigen Gefilden nicht weiter vorstellen muss (Oder? Barock am Main? Der Hessische Moliere? Offenbach-Operetten solo?), wird auf seine unnachahmlich humorige Art die Bedeutung der Grimm’schen Märchen für unsere heutige Gesellschaft herausarbeiten. Und Phillip Mosetter kümmert sich mit Herzblut und akademischer Redlichkeit um die Fußnoten der Geschichte(n). Ein gefährlicher Job. Ganz gewiss aber ein Abend, der eine nicht dagewesene Lücke schließt.
www.michaelquast.de
Tourneeveranstalter:
Konzertdirektion Claudius Schulte
18,00/ 17,00/ 16,00 € zzgl. Gebühren
(erhöhte Abendkasse)